Internationale Initiative: Kirchenvertreter protestieren gegen die Hinrichtungen im Iran

In einem Protestaufruf fordern Kirchenvertreter aus mehreren Ländern das Ende der Hinrichtungen und Schutz für religiöse Minderheiten im Iran. Dazu erklärte die deutsche Theologin Margot Käßmann: “Mir liegt daran, die Menschen im Iran sichtbar und hörbar zu machen. Sie leiden seit Jahrzehnten unter einem Terrorregime, das Religion missbraucht und die Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit massiv einschränkt.”

Heinrich Bedford-Strohm, Margot Käßmann, Wolfgang Huber

Drei ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützen ein internationales Protestschreiben führender christlicher Kirchenvertreter aus Europa und Nordamerika gegen die zunehmenden Hinrichtungen im Iran. Der Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen, Heinrich Bedford-Strohm, die Theologin Margot Käßmann und der Theologe Wolfgang Huber (im Bild v.l.n.r.) haben die gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die vor einer Verschärfung der Menschenrechtsverletzungen im Iran warnt. In dem Protestaufruf fordern die Kirchenvertreter ein Ende der politischen Hinrichtungen und Schutz für religiöse Minderheiten. Dazu erklärte Margot Käßmann: „Mir liegt daran, die Menschen im Iran sichtbar und hörbar zu machen. Sie leiden seit Jahrzehnten unter einem Terrorregime, das Religion missbraucht und die Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit massiv einschränkt.

Rowan Williams
Rowan Williams

Initiiert wurde der Aufruf vom früheren Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams (Bild). Die aggressive Gewalt des iranischen Regimes gegen das eigene Volk nehme derzeit stetig zu, schrieb Williams in dem offenen Brief. Ihm selbst seien Berichte von Grausamkeiten und Rechtswidrigkeiten aus iranischen Gefängnissen übermittelt worden, „aber auch über den tiefen und selbstlosen Mut, den diese Zeugen einer hoffnungsvolleren Zukunft zeigen.“

„Angesichts dieser Situation dürfen wir nicht schweigen“, so Rowan Williams. Der ehemalige geistliche Leiter der Anglikanischen Kirche ruft Religionsvertreter und Akteure der Zivilgesellschaft dazu auf, sich öffentlich dem Protest gegen Hinrichtungen und Menschenrechtsverletzungen im Iran anzuschließen.

Das iranische Regime, so die Unterzeichner des Aufrufs, nutzt die aktuelle internationale Krisenlage aus, um die Repression gegen die eigene Bevölkerung auszuweiten. In dem Schreiben ist von beschleunigten Gerichtsverfahren und einer zunehmenden Zahl von Todesurteilen die Rede. Mehrere Hinrichtungen seien nach unfairen Verfahren und unter Verwendung erzwungener Geständnisse vollstreckt worden.

Christen unter den Opfern der Repression im Iran
Auch Christen zählten zu den Opfern der Menschenrechtsverletzungen im Iran, wie die Erklärung unter Berufung auf Berichte der Vereinten Nationen hervorhebt. „Im Laufe der Jahre wurden viele christliche Pastoren im Iran verhaftet oder sogar ermordet, weil sie das Christentum predigten oder auf der freien Ausübung christlicher Gottesdienste bestanden.“ Christen seien zunehmenden Schikanen, Überwachungen und Verhaftungen ausgesetzt.

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