Iran: Systematische Repression gegen Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Personal nach den Protesten im Januar 2026

Im Anschluss an die landesweiten Proteste im Iran im Januar 2026 berichten mehrere unabhängige Quellen über ein gezieltes Vorgehen der Staatsgewalt gegen Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und anderes medizinisches Personal, das verletzte Demonstrierende behandelt hat. Sicherheitskräfte hätten Krankenhäuser durchsucht, medizinische Behandlungen kriminalisiert und Gesundheitspersonal festgenommen oder eingeschüchtert, um die Versorgung von Verletzten zu verhindern und das Ausmaß der Repression zu verschleiern.

Systematisches Vorgehen gegen Ärztinnen und medizinisches Personal; im Uhrzeigersinn von links: Fariba Hosseini, Ameneh Soleimani, Golnar Naraghi, Ghazal Omidi, Shamsi Abbasalizadeh, Fatemeh Afshari und Parisa Porkar

Laut Berichten aus dem Iran wurden Angehörige des Gesundheitswesens festgenommen und in einigen Fällen mit schwerwiegenden Anklagen konfrontiert, darunter „Moharebeh“ (Krieg gegen Gott), was die Todesstrafe zur Folge haben kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte, dass Ärzte eingeschüchtert und in einigen Fällen inhaftiert worden seien, während Sicherheitskräfte verletzte Demonstrierende aus Krankenhäusern entfernten.

Internationale medizinische Verbände und Menschenrechtsorganisationen fordern die sofortige Freilassung aller festgenommenen Gesundheitsfachkräfte und betonen, dass medizinisches Personal weltweit geschützt werden muss, wenn es seine beruflichen und humanitären Pflichten erfüllt.

Im Iran hat die Bundesärztekammer die Gewalttaten gegen Gesundheitspersonal scharf verurteilt und auf Berichte hingewiesen, wonach Krankenhausmitarbeitende gezwungen wurden, Patientendaten weiterzugeben oder andernfalls strafrechtliche Konsequenzen zu fürchten hatten.

Die systematische Repression gegen medizinisches Personal wird als Teil einer breiteren staatlichen Strategie bewertet, die darauf abzielt, die Protestbewegung zu unterdrücken, kritische Berichterstattung zu kontrollieren und jede Form von Solidarität mit Demonstrierenden zu bestrafen.

Staatsnahe Zeitung räumt Festnahme von Ärzten ein

In einem Bericht vom 2. Februar 2026 räumte die staatsnahe Zeitung Shargh die Festnahme sowie den ungeklärten Verbleib von mindestens 25 Angehörigen des medizinischen Personals ein, darunter Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte. Unter den von Shargh veröffentlichten Namen befanden sich mindestens sieben Ärztinnen.

Die nachstehenden biografischen Angaben wurden aus sozialen Medien zusammengetragen und stammen nicht aus der Berichterstattung von Shargh.

Dr. Parisa Porkar und ihr Ehemann, Dr. Masoud Ebadi-Fard Azari

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