Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen: “Kinder benötigen eine besondere Fürsorge.
Freiheitsentzug hat lebenslange Folgen für die Entwicklung des Kindes, aber auch für
die Zukunft der gesamten Gesellschaft.”
Berichte von Menschenrechtlern im Iran nehmen zu, nach denen zahlreiche während
der Januar-Proteste festgenommene Kinder in den Gefängnissen des Regimes unter
unmenschlichen Bedingungen festgehalten werden und Gewalt ausgesetzt sind. Dazu
erklärte Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und
Nordafrika, am 19. Februar u.a.:

UNICEF ist zutiefst besorgt über Berichte, nach denen Kinder, die im Zusammenhang
mit den jüngsten Unruhen im Iran festgenommen wurden, weiterhin inhaftiert sind.
Während die Anzahl der inhaftierten Kinder und die Bedingungen ihrer Haft zurzeit nicht
überprüft werden können, fordern wir dringend, dass zu allen inhaftierten Kindern
unverzüglich unabhängiger Zugang gewährt wird, damit ihre Situation, ihre Behandlung
und ihr Wohlergehen beurteilt werden können.
Die negativen Auswirkungen von Inhaftierung und Gefängnisaufenthalt auf Kinder sind
hinlänglich dokumentiert. Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“, sie benötigen eine
besondere Fürsorge. Freiheitsentzug hat lebenslange Folgen für die Entwicklung des
Kindes, aber auch für die Zukunft der gesamten Gesellschaft.
Kinder, denen die Freiheit entzogen wird, müssen mit Menschlichkeit und Würde
behandelt werden. Regelmäßiger Kontakt zu ihren Familien muss ermöglicht werden.
Dies sind völkerrechtlich verbindliche Verpflichtungen, die jederzeit eingehalten werden
müssen.
UNICEF fordert ein Ende der Inhaftierung von Kindern in all ihren Formen und die
sofortige Freilassung der im Iran nach den jüngsten Unruhen inhaftierten Kinder. Die
Islamische Republik Iran ist Vertragsstaat der UN-Kinderrechtskonvention und
verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu gewährleisten.“

Nach Angaben von iranischen Menschenrechtsgruppen sind zahlreiche Kinder unter
den Opfern der Massaker, die im Januar von Truppen des iranischen Regimes verübt
wurden. Gardisten haben protestierende Menschenansammlungen rücksichtslos mit
Maschinengewehren unter Beschuss genommen, wobei auch unbeteiligte Passanten
oder Insassen von Fahrzeugen getötet wurden. Unter den bisher identifizierten Opfern
sind mindestens 200 Schülerinnen und Schüler. Viele weitere Kinder wurden verletzt,
Hunderte in die Regime-Gefängnisse verschleppt.



