Reyhaneh Ansarinejad wird im Qarchak-Gefängnis medizinische Behandlung verweigert
Reyhaneh Ansarinejad, eine Arbeitsrechtsaktivistin und politische Gefangene, die derzeit im Qarchak-Gefängnis festgehalten wird, wurde am Montag, den 21. Juli 2025, daran gehindert, für eine dringende Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ins Taleghani-Krankenhaus verlegt zu werden. Grund dafür war ihre Weigerung, sich in Handschellen transportieren zu lassen – eine Bedingung, die von der Gefängnisleitung auferlegt wurde und von vielen als erniedrigend und strafend angesehen wird.
Trotz ihres sich verschlechternden Gesundheitszustands und der Notwendigkeit einer sofortigen medizinischen Behandlung wurde die Verlegung Ansarinejads abgesagt, nachdem sie gegen das Anlegen von Fesseln protestiert hatte. Die Gefängnisbeamten verhinderten nicht nur den Krankenhausbesuch, sondern zwangen sie auch, eine formelle Verzichtserklärung auf medizinische Behandlung zu unterzeichnen.

Reyhaneh Ansarinejad
Aus Protest gegen diese unmenschliche Behandlung verurteilte Ansarinejad die systematische Verweigerung angemessener medizinischer Versorgung für weibliche Gefangene im Qarchak-Gefängnis. Sie betonte, dass sie weiterhin unter starken Schmerzen und Taubheitsgefühlen in der Hand leidet, ohne Zugang zu fachärztlicher Versorgung.
Reyhaneh Ansarinejad wurde in das Qarchak-Gefängnis verlegt, nachdem bei einer plötzlichen Massenverlegung von Gefangenen Teile des Evin-Gefängnisses zerstört worden waren.
Seit November 2023 verbüßt Reyhaneh Ansarinejad ihre Haftstrafe. Im August 2023 verurteilte sie die 15. Kammer des Revolutionsgerichts Teheran zu vier Jahren Gefängnis wegen „Versammlung und Absprache zur Handlung gegen die nationale Sicherheit“. Zusätzlich wurde ihr für zwei Jahre verboten, politischen Gruppen beizutreten, mediale Aktivitäten auszuüben oder ins Ausland zu reisen.